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Resteverwertung in der Küche

SOMMERFRÜCHTE: VIELE, GUT, VERDERBLICH. WAS TUN?

Die warme Jahreszeit bringt die Farben der Früchte mit sich.

Sommerfrüchte: viele, gut, verderblich. Was tun?

Während sie viele Monate lang ein Aschenputtel-Dasein gefristet haben, wird ihre schmackhafte Rache... kalt serviert, so wie es sich gehört! Einst exklusives Vorrecht der Adeligen und Reichen – Bartolomeo Stefani, Koch der Gonzaga, erzählt uns, dass man mit schnellen Pferden und gut gefüllter Geldtasche auch im 17. Jahrhundert im Winter Erdbeeren genießen konnte – lautet das Motto heute: viel und saisonal! Nicht mehr nur „Beilage“ oder „Dessert“, sondern wesentlicher Bestandteil unserer Ernährung.

Wie die Melone, sind auch die Aprikosen und alle anderen orangefarbenen Obst- und Gemüsesorten reich an Carotinoiden, einem wahren Verbündeten für Sonnenbäder und die nötige Vitamin-A-Zufuhr. Mit ihrem hohen Gehalt an Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen bekämpfen sie den durch die Hitze verursachten Flüssigkeitsverlust.

Für die nötige Flüssigkeitszufuhr mit genau der richtigen Süße sorgt die appetitlich rote Wassermelone mit einem Wasseranteil von 90%. Optimal bei einer kalorienarmen Ernährung, macht sie satt und kämpft gegen hohen Blutdruck dank ihrem hohen Gehalt an Citrullin und Lycopin.

Zu den SOS Beauty-Helferlein gehören die Kirschen, die nicht nur einfach zu transportieren sind, sondern vor allem Ballaststoffe, Vitamine und Anthocyane enthalten, die die Haut geschmeidig machen, und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen; Erdbeeren enthalten Folsäure, wichtig in der Schwangerschaft, und Serotonin, das unsere Stimmung reguliert; Zwetschken bekämpfen Osteoporose, sind eine natürliche Wohltat für den Darm und senken das sogenannte schlechte Cholesterin. Feigen sind ein hervorragendes Stärkungsmittel, die roten Früchte (Brombeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren) wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, sind antioxidativ und reinigend und stärken die Immunabwehr. Einen kleinen Haken haben die Früchtchen allerdings: Sie werden (fast) alle gleichzeitig reif!

Dabei können wir allerdings auf uralte Einkochtraditionen zurückgreifen, damit nicht das kleinste Gramm an Vitalstoffen verlorengeht. Zu gepressten Säften, die ihre Vitamine bewahren, da sie nicht erhitzt werden, gesellen sich Marmeladen, Sirup- und Likörfrüchte.  Uralte Methoden für modernes Know-how: Stundenlanges Kochen im Kessel ist passé! Bei der Sirup- und Likörvariante ist das Verfahren super-einfach: Frische, klein geschnittene Früchte in sterile Gläser schichten und entweder mit einer Wasser- und Zuckerlösung oder mit Wasser, Zucker und Alkohol auffüllen. Für Methode eins ist ein Pasteurisieren durch Kochen erforderlich, Methode zwei benötigt nur einen kühlen und dunklen Ort für die Konservierung. Das ist nur was alte Damen? Wer schon einmal eingelegte Kirschen mit einer Kugel Eiscreme probiert hat, ist garantiert anderer Meinung! Bei den Marmeladen haben wir eine Revolution in petto: Vergessen Sie die schweißtreibenden Tage am Herd und besorgen Sie sich einen Kupfer- oder Aluminiumtopf und ein Gastrothermometer: Marinieren Sie die (weder kaputten noch überreifen) Früchte einige Stunden lang mit Zucker und Zitronensaft und lassen Sie sie später kurz aufkochen, bis sie 64° Brix erreicht haben, und die Sache ist geritzt. Für eine Brombeer-Himbeer-Marmelade brauchen Sie nicht mehr als zehn Minuten. Von wegen verzweifelte Hausfrau!

 

Elisa Azzimondi

 

 

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