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Resteverwertung in der Küche

EXOTISCHE FRÜCHTE UND CHINAKOHL: DER GLOBALE EINKAUFSWAGEN

Wir sind eindeutig eine seltsame Spezies.

Exotische Früchte und Chinakohl: der globale Einkaufswagen

Wir leben unser Leben stets auf Anschlag, träumen aber von Ruhe, haben keine Zeit, um zu lernen, lassen aber keine Gelegenheit aus, andere zu belehren, sind immer in Eile, streben aber ein gesundes Leben an. Manch einer von uns wird dabei gar zum wahren Gesundheitsapostel.In diesem Gegensatz steckt vermutlich der Ursprung der Kluft zwischen Mensch und Natur, den wir heute notgedrungen zu verkleinern suchen. Der aufkommende Klimawandel ist Gewissheit, die Landwirtschaft musste als erste damit klarkommen. Coldiretti hat 2019 die erste Studie „I tropicali italiani“ (deutsch: Die italienischen Tropen) veröffentlicht, damit deutlich gemacht, dass der Wandel zu spüren ist und, welche mögliche Antwort es darauf gibt. Der Süden Italiens – vor allem Sizilien und Kalabrien – ist heute ein wunderbarer exotischer Garten. Avocados, Mangos, Bananen, Sternfrucht, Litchi, Papaya... und sogar ein paar Kaffeeplantagen sprechen heute Italienisch. Die wertvolle Arbeit einiger Landwirte mit Weitblick haben damit verlassene Gebiete neu genutzt. Felder, die nicht mehr für traditionelle Anbauten verwendet wurden, bekamen ein neues Leben geschenkt und eine steigende Marktnachfrage hat hier in Italien ihre Antwort gefunden. Die Fläche für den Anbau exotischer Früchte in Italien ist in einem Zeitraum von fünf Jahren von ein paar wenigen Hektar um das ca. 60-fache auf über 500 Hektar angestiegen [Coldiretti, 2019].

Eine gewinnbringende und nachhaltige Antwort auf eine Nachfrage, die zwischen 2007 und 2008 Gegenstand kontinuierlicher Launchkampagnen war (+ 67% laut Datamonitor).  So ist die Nachfrage nach verschiedenen Produkten mit vielfach scheinbar herausragenden Eigenschaften gestiegen. Die Marketing-Maschinerie ist in der Lage, die wahrgenomme Realität zu verändern. Deshalb hat die EU (2007) festgelegt, dass der Verkauf dieser Produkte nur von „Health Claims“, d.h. mit Hinweisen auf eine therapeutische oder gesundheitliche Wirkung, begleitet werden darf, wenn diese tatsächlich wissenschaftlich belegt sind.

Aber wobei handelt es sich bei diesen sogenannten Superfoods und Superfruits wirklich? Die Definitionen sind ausschließlich kommerzieller Natur und ihre Liste wird immer länger. Sie reicht von Samen und Körnern, Getreide und Hülsenfrüchten (Quinoa, Chia-Samen) über Gemüse (auch herkömmliche Sorten wie Broccoli, Kohl und Spinat), Wurzeln (wie Ingwer, Rote Bete und Macawurzel), bis hin zu exotischen und nicht exotischen Früchten (wie Heidelbeeren, Granatapfel, Nüsse, Avocado und Goji-Beeren). Ihnen allen gemeinsam ist ihre pflanzliche Herkunft. Außerdem sind sie reich an Vitaminen und/oder Mineralsalzen und haben nachgewiesene antioxidative, energetisierende und nährende Eigenschaften. So weit, so gut - aber aufgepasst: Das Elixier für ein langes Leben wurde noch gefunden - kein Schwindel! Verwenden wir diese Ressourcen, um neue Geschmacksrichtungen zu entdecken und Gewohnheiten, die vielleicht aus der Mode gekommen sind, wieder aufleben zu lassen: den Verzehr von Trockenfrüchten als Snack, beispielsweise, Smoothies und Säfte als schmackhafte Nahrungsergänzungsmittel, neues Leben für Granitas, Eis und Fermentiertes, freie Bahn für (gemischte) Salate mit Samen und Körnern, Getreide, Obst und Blättern, aber kauft bitte frische und - heute können wir sogar hinzufügen - regionale (oder fast) Produkte.

 

Elisa Azzimondi

 

 

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